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The Executive School of the University of St.Gallen

Insights and observations on management and executive education from our directors and faculty.

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Christoph A. Müller

Prof. Dr. Christoph A. Müller

Akademischer Co-Leiter der Henri B. Meier Unternehmerschule

Titualprofessor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Unternehmensgründungen und KMU an der Universität St. Gallen […]

Ménage à trois

Bei einer Weiterbildung wollen alle Seiten Ihren Gewinn. Wie sich die Ziele von Teilnehmern, Unternehmen und Anbietern vereinen lassen.

Bei der Wahl einer Weiterbildung wollen sowohl der Teilnehmer und sein Unternehmen als auch der Anbieter eine Rendite erzielen. Doch wie kann dieses anspruchsvolle Vorhaben realisiert werden? Zuerst müssen alle drei Interessensgruppen den Sinn und Zweck einer Weiterbildung identifizieren. Im zweiten Schritt sollten sich die drei Akteure – Teilnehmer, sein Unternehmen und der Anbieter der Weiterbildung – die Bedürfnisse und Erwartungen klären.

Der Teilnehmer hat seine klaren Ziele: Den persönlichen Mehrwert im Sinn der Entwicklung der Persönlichkeit, der Aufwertung des Fachwissens, der Verbesserung der Entscheidungs- und Führungskompetenz sowie der Ausweitung des Beziehungsnetzes steigern. Er will seine Ideen und Projekte strukturieren, einbringen und anschliessend auch umsetzen. Die erlernten und reflektierten Kenntnisse in die Tat umsetzen. Lösungen erarbeiten. Entweder im eigenen Unternehmen, beim jetzigen Arbeitgeber oder «notfalls» bei einem neuen Arbeitgeber. Die Teilnehmer wollen nicht selten ihr Vertrauen in ihr eigenes unternehmerisches Handeln durch den Austausch mit Gleichgesinnten stärken, also den Know-how-Transfer. Nicht zu vergessen und ebenso von hoher Wichtigkeit: Networking.

Die Arbeitgeber wiederum erwarten eine Professionalisierung der unternehmerischen Talente ihrer Mitarbeiter durch die gewählte Weiterbildung. Die erfolgreiche Umsetzung der Projekte, die in der Weiterbildung in Form eines Massnahmenkatalogs erarbeitet wurden, führt zu einem Mehrwert fürs Unternehmen. Sei es durch neue Geschäftsfelder, erfolgreichere Produkteinführungen, intensivierte Kundenbeziehungen oder eine wirksamere Führung. Für die Arbeitgeber relevante Lösungen sind in jedem Fall gefordert.

Ein Vertrag als Lösung

Die Anbieter von Weiterbildungen – wie auch die Henri B. Meier Unternehmerschule der Universität St. Gallen – bieten hierzu idealerweise die zur Erreichung der Ziele ihrer Kunden erforderlichen Inhalte und interaktiven Methoden an. Die Themenpalette reicht deshalb von klassischer Betriebswirtschaftslehre, über Prozesssteuerungen und Geschäftsentwicklungen bis hin zu Führungs- und Kommunikationsfragen hinsichtlich Mitarbeitern und Anspruchsgruppen. Dabei ist ein konsequenter Praxis- und Transferfokus auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie eigener Erfahrungen unerlässlich. Hinzu kommt ein individuelles Coaching für geschäftliche wie auch persönliche Anliegen aus dem unternehmerischen Kontext.

Eine solch komplexe Idealkonstellation kann auch scheitern. Die Ursachen können auf allen Seiten liegen, sowohl in der falschen Erwartungshaltung sowie Abstimmung des Teilnehmers und seines Unternehmens als auch im zu starken Sender-bezogenen Verhalten des Anbieters. Die Ideallösung könnte folgendermassen aussehen: Der Abschluss eines verlässlichen Vertrags zwischen den drei Partnern. Nur so lässt sich die Investition in eine Weiterbildung von Teilnehmern und/oder Unternehmen in einen Mehrwert durch die Lancierung sowie Umsetzung von Projekten mit einem Gewinn jenseits der finanziellen Einsatzhöhe umwandeln. Auch für die Weiterbildungsanbieter müssen die Gesetze der Investitionsrechnung gelten, ansonsten bleibt sie ein Konsum- oder Unterhaltungsgut. Das wird selten angestrebt.

Damit dieses gemeinsame Ziel schlussendlich erreicht werden kann, gilt es, die Schnittstelle der drei individuellen Interessen auszubauen. Sie wird durch für das unternehmerische Handeln relevantes Wissen mit konsequenter  Praxis und Umsetzungsorientierung definiert. Konkret heisst das, dass sich alle drei Parteien auf realistische Projekte einigen, die während und nach der Weiterbildung in die Tat umgesetzt werden. Diese lassen sich anschliessend in ihren Wirkungen auf das Unternehmen, dessen Kunden und den Teilnehmer bewerten respektive messen. Dann lässt sich die Beziehung der drei Anspruchsgruppen – Teilnehmer, Unternehmen und Anbieter – in ein selbstlernendes System sowie in einen Zyklus der Weiterbildung umwandeln.

Dieser Text ist am 31. Januar 2013 in der Handelszeitung erschienen.

Weitere Informationen zu den Managementprogrammen der Henri B. Meier Unternehmerschule

 

  • Marco De Michel hrmbooks.ch

    Wenn Weiterbildungsziele konsequent aus der Praxis und beidseitigen Bedürfnissen heraus in Zielvereinbarungen und im Dialog definiert werden, ist die Chance gross, dass Unternehmen und Mitarbeiter gleichermassen profitieren. Vorgesetzte mit ausgeprägten Sozialkompetenzen, welche die Mitarbeiterförderung generell hoch einstufen, Intreressen und Neigungen genau beobachten und Weiterbildung auch auf Talente und Jobprofile ausgerichtet vereinbaren, verstärken die Wahrscheinlichkeit, dass es in Sachen Weiterbildung zu einer Win-Win-Situation kommt.